Samstag, 10. Juni 2017

"Mörderjagd mit Inselblick" - Kriminelles in der Buchhandlung

Moin ihr Lieben,

am 23.5.2017 durfte ich (wieder) zwei wunderbaren Autorinnen lauschen.
Christiane Franke und Cornelia Kuhnert haben nämlich ihren neuen Krimi „Mörderjagd mit Inselblick“ vorgestellt. 


Dies ist nun schon der 4. Band der Reihe um den Rudi, Henner und Rosa. Die drei - „hauptberuflich“ eigentlich Dorfpolizist, Postbote und Lehrerin – ermitteln gemeinsam in Ostfriesland und decken jede Menge Morde auf.

Christiane Franke in Aktion...


... und Cornelia Kuhnert ebenfalls.
Dieses Mal begleiten wir Rosa zu den Ostfriesischen Literaturtagen. Diese finden bei heißem Sommerwetter in Neuharlingersiel, sowie auf den Inseln Norderney, Spiekeroog und Wangerooge statt. Rosa organisiert mit und hofft natürlich auch, Kontakte zu Literaturagenten zu knüpfen, um ihr Buch auf den Markt zu bringen.
Doch kaum hat Rosa sich ihren favorisierten Agenten geangelt, bricht dieser nach einem Herzinfarkt zusammen und ist tot. 


Als es dann kurze Zeit später den nächsten Toten zu vermelden gibt, wird auch klar, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Und so fängt unser Trio wieder an zu ermitteln.

Wie auch die drei anderen zuvor, habe ich „Mörderjagd mit Inselblick“ als Hörbuch gehört. Zum ersten Mal hat Tetje Mierendorf den Krimi eingelesen. Bisher durfte man Oliver Kalkofe lauschen. Zwar hat Tetje Mierendorf das echt gut gemacht hat, hat mir Kalkofe als Sprecher doch immer ein wenig besser gefallen. Aber das ändert ja am tollen Buch nichts.


Wer also Lust hat auf einen witzigen, unblutigen Krimi mit Nordseeflair, der liegt mit den Büchern von Christiane Franke und Cornelia Kuhnert genau richtig.

Und wer mal die Möglichkeit hat, eine Lesung der beiden zu besuchen, der sollte das auf jeden Fall mal tun. Denn die beiden Autorinnen machen das großartig und absolut kurzweilig. Sie lesen mit verteilten Rollen, erzählen zwischendurch kleine Anekdoten und es macht einfach großen Spaß, ihnen zuzuhören.


Und da ich nun wieder fast ein Jahr warten muss, bis der nächste Krimi der beiden erscheint, verschlägt es mich nun erst einmal nach Nordfriesland zu den Krimis von Krischan Koch. Der schreibt nämlich ebenfalls humorige Küstenkrimis. Und nachdem ich mit „Backfischalarm“ nun schon durch bin, wartet gerade „Flucht übers Watt“ - sein erster Krimi, der nun neu aufgelegt wurde – auf mich. Nur so als Tipp ;)

Bis bald, ihr Lieben!

PS: 
hier noch ein paar Bilder :)



Mittwoch, 7. Juni 2017

Liebe auf den ersten Schritt

Moin ihr Lieben,

eigentlich wollte ich noch x andere Beiträge schreiben. Aber die müssen noch ein bisschen warten. Heute möchte ich euch nämlich von meinem Ausflug nach Juist erzählen. Die Anreise nach Juist ist ja tideabhängig, weswegen meistens nur einmal am Tag eine Fähre von Norddeich aus hinfährt und zeitgleich dann die Fähre auf Juist lostuckert um nach Norddeich zu fahren.
Aber an ein paar Tagen im Jahr sind die Gezeiten so günstig, dass man morgens hin und abends zurückfahren kann. Und am vergangenen Sonntag war es dann soweit. Morgens um 8:00 Uhr fuhr die Frisia II in Richtung Juist los. Das Wetter war so lala. Kühl und ziemlich bewölkt. Aber es sollte besser werden und darauf haben wir einfach mal vertraut. Die Überfahrt nach Juist dauert ca. 90 Minuten. Der Kapitän war super. Schon vor Abfahrt hat er Humor bewiesen und gleichzeitig klar gemacht, dass sein Herz für Juist schlägt. Er machte eine Durchsage um alle Gäste auf der Juistfähre zu begrüßen. Wer eigentlich die Fähre nach Norderney gebucht hätte, sollte aber auch ruhig auf dem Schiff bleiben, denn Juist sei die viel bessere Wahl ;) Auch während der Fahrt hat er immer wieder Wissenswertes zur Insel erzählt. Etwa auf der Hälfte der Strecke riss dann auch der Himmel auf und die Sonne schaute hervor.
Nach eineinhalb Stunden legte die Frisia II dann im Juister Hafen an. Mit dem letzten Schritt von der Fähre betritt man eine andere Welt. Juist ist anders als alle anderen Nordseeinseln. Vor allem auch anders als die Nachbarin Norderney. Während man dort direkt im Gewusel ist, wird man auf Juist sofort entschleunigt. Statt Autos und Bussen erwarten die Gäste hier Handkarren und Pferdekutschen. Juist in nämlich autofrei. Herrlich. So kommt direkt Urlaubsfeeling auf. Wir sind dann als erstes durchwandert zum Strand. 


Ihr Lieben, einen so breiten und wunderschönen Strand habe ich noch nie gesehen. Der Sand ist puderfein. Bis zum Wasser sind es dann zwar einige Meter (besonders bei Ebbe), aber das macht nichts. Dafür ist das Wasser dann auch herrlich. Ich war zwar nicht schwimmen, aber es gab ein paar Mutige, die sich in die Wellen gestürzt haben. 


Gegen Mittag bin ich dann wieder ins Inseldorf gewandert, da ich mich dort mit meinen Eltern treffen wollte. Die waren von der Idee, bereits um 8:00 Uhr auf der Fähre zu sitzen, wenig begeistert und haben es daher vorgezogen, mit dem Inselflieger zu kommen. Nur 4 Minuten dauert der Flug. Anschließend fährt man ca. 45 Minuten lang mit der Kutsche bis ins Inseldorf.
Wir haben uns sofort gefunden und sind dann zunächst zum Hafen gegangen. Dort steht nämlich das Seezeichen von Juist.

Zuvor kamen wir aber am Juister Leuchtturm vorbei. Dieser ist der einzige Leuchtturm weltweit, der nicht aufs Meer hinaus, sondern ins Inselinnere leuchtet. 


Denn eigentlich ist dieser Leuchtturm nur eine Art Gag. Das Leuchtgehäuse stand früher auf einem Leuchtturm der Insel Memmert. Als dieser nicht mehr benötigt wurde, wurde das Gehäuse zunächst verkauft. Drei Vereine auf Juist haben das Leuchtgehäuse aber erhalten wollen und haben es zurückgekauft und einen Leuchtturm dazu gebaut. Da aber auf Borkum und auf Norderney schon Leuchttürme aufs Meer hinausleuchten, durfte es keinen weiteren mehr auf Juist geben. Es war aber erlaubt, das Leuchtfeuer ins Inselinnere zu richten. Und so wurde es dann auch gemacht. Seitdem leuchtet der Leuchtturm nicht den Schiffen den Weg durchs Meer, sondern höchstens den Juistern den Weg zum Hafen.

Weiter dann also zum Seezeichen. 


Dieses hat die Form einer im Strom schwimmenden Boje und man kann auch bis etwa zur Mitte hochsteigen.Von dort hat man einen wundervollen Blick übers Wattenmeer und ins Inselinnere.

Ebbe

Direkt vor dem Seezeichen findet man im Boden eingelassen den Hinweis darauf, dass mitten durch Juist der 7. Längengrad verläuft. Allerdings nicht genau an dieser Stelle. Trotzdem habe ich mich einfach mal drauf gestellt ;)



Anschließend sind wir noch ein wenig durch die Straßen gebummelt und haben zu Mittag gegessen.


Norderney im Hintergrund
Danach ging es wieder an den Strand und letztendlich wollten wir noch den Otto-Leege-Pfad erkunden. Otto Leege war Lehrer und vor allem ein großer Naturschützer. Unter anderem ist es sein Werk, dass die Insel Memmert heute eine unbewohnte Vogelschutzinsel ist.

Ihm ist also der ökologisch-künstlerische Lehrpfad gewidmet.
Hier kann man einiges entdecken und lernen. Am spannendsten fand ich die künstlerischen Elemente: die Wasserklangschale und die Windharfe.
Bei der Wasserklangschale befeuchtet man sich die Handinnenflächen und reibt dann feste über die beiden Griffe. Dadurch gerät die Schale und auch das Wasser in Schwingungen. Wenn man es richtig macht, fängt das Wasser sogar regelrecht an zu brodeln. Aber das ist gar nicht mal so leicht. Beim ersten Mal ist es mir nicht gelungen, aber nachdem es meine Mutter recht schnell geschafft hat, war mein Ehrgeiz geweckt und es klappte dann auch bei mir.

Da sieht man es sprudeln
Die Windharfe ist ein Holzgebilde mit einem Loch mit Saiten in der Mitte. Das Ganze kann man drehen und wenn man es in den Wind dreht, geben die Saiten Töne von sich.


Auf dem nächsten Bild seht ihr eine riesige Wasserpumpe. Das Wasser darauf war herrlich kühl.


Aber auch die Erklärungen der komplexen ökologischen Zusammenhänge auf der Insel waren sehr interessant zu erfahren. Das Ganze werde ich auch nochmal genauer in meinem Reiseführer nachlesen, da ich mir nun nicht alles merken konnte.


Der Pfad selbst ist etwa 1km lang. Wir sind ihn praktisch rückwärts gelaufen und sind beinahe am Ende dann im Café Wilhelmshöhe gelandet. Das ist ein wirklich nettes Lokal mit einem wundervollen Ausblick in Richtung Flugplatz und Wattenmeer.

Daaaa hinten ist das Café Wilhelmshöhe

Ja und dann war es schon wieder Zeit, ganz langsam zurück zur Fähre zu spazieren. Um 18:30 Uhr legte diese wieder ab nach Norddeich.
So ging dieser so schöne Inseltag viel zu schnell wieder vorbei.

Und was soll ich sagen? Der Kapitän der Frisia II hatte recht. Juist ist wirklich viel schöner als Norderney. Ruhiger. Heimeliger. Das war sicherlich auch nicht mein letzter Aufenthalt auf Juist. Am liebsten würde ich dort einfach mal ein Wochenende verbringen. Mal schauen, wann ich das verwirklichen kann.

Hier noch ein paar weitere Bilder:

Wasserglitzern in einem Priel

Ja, ja, ja.... Ich und meine Möwen :P

Dünenberge und Wolkenberge

 

Mitten auf der Insel lag dieser Baumstumpf am Wegesrand
Das war es dann erst einmal von Juist und mir.
Mal schauen, auf welche Insel es mich als nächstes treibt ;)

Bis bald, ihr Lieben :D


Samstag, 20. Mai 2017

Stadtführung mit Erdmännchen

Moin ihr Lieben,

heute erzähle ich euch mal von einer vielleicht etwas verrückten Aktion.
Neben lesen, fotografieren und bloggen gehört ja auch häkeln zu meinen Hobbies. Daher bin ich bei facebook auch in mehreren Häkelgruppen. Dort findet man immer wieder neue Ideen und bekommt Ratschläge bei Problemen. Und manchmal kommen dort auch Aktionen zustande. Wie die von Jenny. Sie hatte die Idee, ein von ihr gehäkeltes Erdmännchen - Enno - auf Deutschlandreise zu schicken und suchte nun "Gasteltern" für den kleinen Mann.



Dazu hat sie dann selber auch eine Facebook-Gruppe gegründet. Diese findet ihr HIER.
Jeder, der wollte, konnte sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bei ihr melden und so hat sie dann eine Reiseroute für Enno erstellt. Ziel ist es, dass das Erdmännchen möglichst viele Orte in Deutschland kennen lernt, man ihm Sehenswürdigkeiten etc zeigt und in sein Reisetagebuch schreibt. Bis Weihnachten soll Enno wieder zurück bei Jenny sein.
Klar, dass ich da auch mitmachen wollte. Und so habe ich mich bei Jenny gemeldet und sie hat mich mit auf die Liste geschrieben.
Das tolle: man muss seine Adresse nicht groß weitergeben. Lediglich derjenige, der einem das Erdmännchen weiterschickt, erfährt diese. Außerdem derjenige, bei dem das Paket mit Enno dann ankommt.
Nachdem Enno seit Februar eher im Osten und im Nordosten unterwegs war (mit einem kurzen Abstecher nach Quatar), kam er dann Anfang Mai bei mir an und durfte ein paar Tage bleiben.

Und so habe ich mich dann mit Erdmännchen und Kamera bewaffnet und Enno, sowie allen "Reisebegleitern" in der Gruppe das schöne Städtchen Norden gezeigt.


Zunächst aber bot es sich an Ennos Ankunftstag an, mit ihm nach Norddeich zu radeln, um uns den Sonnenuntergang anzuschauen. Und der war wirklich gewaltig schön!



Wie ich da so im Watt kniete und ein Häkeltier fotografierte, zog schon so einige irritierte Blicke an, aber das war mir egal. Sollten die doch gucken :D



 Ich konnte mich nicht entscheiden, welches der Bilder ich nun einstellen will ;)


Anschließend bin ich mit dem kleinen Kerl noch zum Hafen gegangen und habe ihm die Fähren und Yachten gezeigt.


 

Die zwei Tage drauf waren eher unspektakulär. Ich musste arbeiten und habe das Erdmännchen nur einmal mit in den Laden genommen.


Am Wochenende war dann aber wieder mehr Zeit. Und so habe ich dann mit Enno eine kleine Stadtführung veranstaltet. Das Wetter war leider nicht so berauschend, daher ist die Führung kürzer ausgefallen, als ich wollte. Aber ich kopiere euch meine Texte einfach mal hier rein. Vielleicht könnt ihr ja auch noch etwas über Norden lernen:

Unsere Stadtführung begann bei den Norder Zwillingsmühlen. Bekannt sind ja eher die Greetsieler Zwillingsmühlen - vor allem, nachdem im Jahr 2013 eine der beiden Mühlen schwer beschädigt wurde. Seit dem letzten Sommer ist die Greetsieler Mühle aber wieder vollständig.
Aber wie gesagt, auch Norden hat Zwillingsmühlen. Die Frisia-Mühle beim Einkaufszentrum Norder Tor und die Deichmühle gegenüber. Die Frisia-Mühle ist die jüngere der beiden. Sie steht dort seit etwa 1700 dort an ihrer Stelle.


Die Deichmühle gibt es auch seit dem 16. Jahrhundert. Allerdings soll an der selben stelle bereits seit dem 13. Jahrhundert eine Bockwindmühle gestanden haben, die allerdings zerstört wurde.
Doch so, wie sie jetzt dort steht, gibt es sie erst seit dem Jahr 1900. Dort wurde sie nämlich vom der Familie Meyer gekauft, abgerissen und so, wie sie jetzt dort steht, wieder aufgebaut. Bis heute hat sie weitere Male den Besitzer gewechselt. Seit 1974 ist sie aber im Besitz der Familie Wagner und ist auch wieder voll funktionstüchtig. Sie beherbergt inzwischen eine ganze Reihe historischer Müllermaschinen.


Gegenüber des Norder Tors und der Frisiamühle findet sich kurz vor der Brücke über das Norder Tief übrigens eine riesige Flasche Doornkaat. Doornkaat ist ein dreifach gebrannter Korn, der seit 1806 in Norden gebrannt wurde. Inzwischen ist der Korn deutschlandweit bekannt.


Nicht zuletzt auch durch Hape Kerkelings Figur Horst Schlämmer, der sich gerne mal vor laufender Kamera einen Doornkaat genehmigte. Nachdem das Unternehmen allerdings in den 1970er und 1980er Jahren immer weiter in eine wirtschaftliche Schieflage geriet, wurde Doornkaat 1992 an Berentzen verkauft, die den Korn heute auch weiterhin produzieren.

 Die diversen Unterführungen der Doornkaatstraße führen unter der Fabrik durch

Das alte Brauereigelände liegt seitdem brach und es ist inzwischen auch größtenteils verboten, das Gelände zu betreten, da die Verletzungsgefahr einfach zu hoch ist. Seit einiger Zeit wird in der Stadt wieder heiß diskutiert, was denn nun mit diesem Gelände geschehen soll. Ideen sind viele da, aber so ganz einfach ist es nicht, da das Gelände bzw. die Gebäude zum Teil unter Denkmalschutz stehen.

Nach dem Besuch bei den Mühlen und der Doornkaatflasche waren wir am Norder Hafen.
Früher, als es den Hafen in Norddeich noch nicht gab und auch die Stadt und Wassergrenzen anders verteilt waren, war der Norder Hafen für Norden und umzu wirtschaftlich unheimlich wichtig.
Unter anderem wurde hier mit Brenntorf gehandelt.







Mit den Jahren geriet der Norder Hafen aber immer mehr in den Hintergrund und der Norddeicher Hafen rückte mehr in den Mittelpunkt für Wirtschaft und natürlich auch den Tourismus.
Heute liegen hier vor allem kleine private Boote vor Anker. Direkt am Hafen befindet sich das alte Zollhaus. Ein wunderschönes Gebäude, welches in den letzten Jahren immer wieder renoviert und restauriert wurde. Inzwischen befindet sich im alten Zollhaus ein Italiener und zudem mehrere Privatwohnungen.
Auf dem weiteren Weg unserer Stadtführung kamen wir dann noch am Packhaus vorbei. In diesem Gebäude stellen immer wieder Künstler von fern und nah ihre Werke aus.


Kommen wir nun zum letzten und ausführlichsten Teil der Stadtführung.
Dem Norder Marktplatz. Dieser ist einer der ältesten (und schönsten) baumbestandene Marktplatz Deutschlands. Eingerahmt wird er von vielen historischen Gebäuden.
Das größte hierbei ist natürlich die Ludgerikirche Norden.
Sie ist die größte Kirche Ostfrieslands.






Ihr Bau begann im Jahre 1235 und wurde endgültig im Jahre 1452 beendet. Die Gesamtlänge der Kirche beträgt ganze 80 Meter.
Innen findet man seit 1692 die zweitgrößte erhaltene Arp-Schnitger-Orgel und einige weitere kultur- und kunsthistorische Schätze.
Typisch für Ostfriesland ist übrigens, dass der Glockenturm der Kirchen neben dem Kirchengebäude steht. So ist es hier bei der Ludgerikirche ebenfalls.



Gegenüber der Ludgerikirche befindet sich das (neue) Rathaus mit seinem romantischen Balkon.




Links neben dem Rathaus stehen die Dree Süsters - die drei Schwestern - welches aus drei Backsteinbauten der Renaissance besteht.



Noch zwei Häuser weiter links befindet sich die Norder Polizeistation (ohne Foto), die viele vielleicht aus den Ostfrieslandkrimis von Klaus-Peter Wolf kennen. Diese Krimis spielen nämlich hier in Norden. An Originalschauplätzen. Da, wo wir also heute langgegangen sind, sind die Kommissare, aber auch die Mörder aus den Bücher von Klaus-Peter Wolf schon einige Male ebenfalls entlanggegangen.

 Vorne links die Polizei und geradeaus die Stadtbibliothek.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das Vossenhus. Ein Haus mit einer langen Geschichte, welches auch schon für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt wurde. Wann genau das Vossenhus gebaut wurde, ist nicht belegt. Die frühste Urkunde stammt aber aus dem Jahre 1606.
Zwischen 1781 bis vermutlich 1871 war in dem Haus ein Gasthof. Aus dieser Zeit stammt auch die Steintafel, die die Front des Vossenhus schmückt.




Bis 1934 befand sich im Gebäude dann eine Schokoladen-, Marzipan- und Bonbonfabrik.
Bis 1972 wurde es dann zum Sitz einer Landhandelsfirma.
Und eigentlich sollte es dieses Gebäude heute gar nicht mehr geben, denn ihm drohte der Abriss. Nur durch eine Initiative Freiwilliger konnte das Vossenhus gerettet und später auch restauriert werden, sodass dann letztendlich 1983 dort die Stadtbibliothek einziehen konnte, die dort bis heute drin ist.
 
Nun und gaaaaanz am Ende des Marktplatzes befindet sich unter anderem auch das Teemuseum. In Ostfriesland hat der Tee einen unheimlich hohen Stellenwert. Es gibt eine ganze Teekultur, ähnlich wie in Japan. Jeder Ostfriese trinkt im Durchschnitt jährlich etwa 300 Liter Tee. 12x mehr als jeder andere Deutsche.
Es gibt auch eine Zeremonie in der der Tee getrunken wird. Der Tee wird in der Regel in kleinen, zarten Teetassen serviert. Zwar wird auch ein Teelöffel beigelegt, aber dieser sollte keinesfalls zum umrühren genutzt werden. Er ist dazu da, dem Gastgeber zu signalisieren, dass man nun keinen Tee mehr nachgeschenkt bekommen möchte. Dies aber dann auch erst nach der dritten Tasse. Vorher gibt es als unhöflich.
 
 
Bevor der Tee eingeschüttet wird, legt man ein Kluntje - ein großes Stück Kandiszucker - in die Tasse. Wird der heiße Tee daraufgeschüttet, knackt der Kluntje. Ein Geräusch, was die Ostfriesen lieben. Anschließend wird gegen den Uhrzeigersinn Sahne - das Wulkje - dazugegeben. Diese steigt von unten auf und es sieht aus, als hätte man eine Wolke in der Tasse.
Im Teemuseum befand sich früher übrigens das alte Rathaus.
So, das war also unsere Stadtführung durch Norden. Es hätte noch sooooo viel mehr zu sehen gegeben, aber dazu war das Wetter einfach zu unbeständig und die Zeit zu kurz.

Tja, und dann musste Enno auch schon wieder weiterreisen. Von Norden ging es in die Mitte Deutschlands. Wer seine Reise weiter verfolgen will, der ist in der Gruppe ganz herzlich Willkommen.
Ich find die Idee und auch die Umsetzung echt spannend. Man lernt Orte kennen, von denen man zuvor noch  nie etwas gehört hat oder wo man immer schonmal hin wollte.

Das witzigste an der ganzen Sache: ich bin ja schon lange auf der Suche nach einer Figur, mit der ich mal ein Fotoprojekt machen kann. Also genau sowas in der Art, wie jetzt mit Enno. Bisher hatte ich aber nie die richtige Idee, was für eine Figur es sein soll. Aber so langsam reift es in mir, dass ich mir die Figur ja auch selber häkeln kann.
Mal schauen, was es wird. Ihr werdet es ja dann sehen ;)

Nun aber erst einmal ein schönes Restwochenende an euch :)

Bis bald, ihr Lieben :)